Das Weingut Anton Bauer

Anton Bauer setzt in seinem Weingut ausschließlich auf die traditionelle Handlese – und er hat gute Gründe dafür: „Letzten Endes geht es immer um die Qualität – und dass wir alle Faktoren, die dazu beitragen, laufend optimieren. Aus meiner Sicht bekomme ich nur mit der Handlese diese optimale Traubenqualität, die ich mir vorstelle.

Das hat mehrere Gründe. Erstens können wir die Trauben bereits im Weingarten vorsortieren, was wichtig ist, weil die Reife nie ganz gleichmäßig ist und wir so Trauben bereits ausscheiden, die nicht voll ausgereift sind. In schwierigen Jahren können wir so auch mehrere Lesedurchgänge machen und immer nur die Trauben ernten, die bereits perfekt sind.

Hinzu kommt, dass die Trauben bei der Lese nicht verletzt werden und es daher auf dem Weg in den Keller zu keiner vorzeitigen Oxidation kommen kann – die Handlese ist also die schonendste Methode um die Trauben zu ernten. Darüber hinaus kann ich sauberer lesen: Bei der Maschinenlese nehme ich viel mehr Verunreinigungen in Kauf – von Blättern bis zu Staub, der da mitgeht. Am Ende drückt sich das im Wein durch mehr Bitterstoffe aus, ein Unterschied, den man durchaus schmecken kann. Schließlich ergibt sich durch das Fahren mit den Lesemaschinen, die sehr schwer sind, eine enorme Bodenverdichtung – lockere Böden sind wichtig für ein gutes Wachstum der Rebstöcke.

Natürlich verursacht die Handlese weit höhere Kosten und es ist jedes Jahr eine Herausforderung, ein gutes Team zusammen zu bekommen – aber das nehmen wir in Kauf, denn die positiven Auswirkungen der Handlese wiegen das für mich ganz eindeutig auf!“ 

Anton Bauer, Jahrgang 1971, bewirtschaftet das jetzt 40 Hektar große Weingut bereits in vierter Generation. Nach dem Abschluss der Weinbauschule Krems und einem Praktikum im Burgund war er mehr als vier Jahre als Önologe in einem renommierten niederösterreichischen Weinbaubetrieb tätig.

1992 übernahm er das elterliche Weingut mit damals 3,2 ha, und verfolgt seitdem kompromisslos seine Vorstellung von Qualität. Wichtig ist ihm das Herausarbeiten der Regionstypizität, der Terroirprägung der Weine, die sie unverwechselbar und unaustauschbar machen.

Der Erfolg gibt ihm Recht, denn die Nachfrage nach seinen Weinen ist ungebrochen. Seine typisch österreichischen Weine - versehen mit einem gewissen internationalen Touch – beweisen sich auch auf den umkämpftesten Weinmärkten der Welt: 70% der Jahresproduktion werden exportiert, die wichtigsten Abnehmer haben ihren Sitz in den USA, Großbritannien, Schweiz, Deutschland, Niederlande und Belgien. 

Der Betrieb ist eine Kombination aus Tradition und Moderne: Verwaltung und Lager befinden sich in einem alten seit Generationen im Besitz der Familie Bauer stehenden Winzerhaus mitten in Feuersbrunn am Wagram. Die Vinifizierung erfolgt seit 2011 in einem modernen Weinkeller am Ende des Ortes von Feuersbrunn. Neueste Technik ist hier obligatorisch, ebenso wie penible Sauberkeit!

Die Pflege der Weingärten wird nachhaltig und nach biologisch-biodynamischen Prinzipien durchgeführt und ist eine wesentliche  Grundvoraussetzung für qualitativ hochwertiges Traubengut. Anton Bauer legt großen Wert auf Genauigkeit, eine nützlingsschonende, integrierte Traubenproduktion und den maßvollen geringen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Ein gesunder, mit Humus angereicherter Boden bildet die Basis für die tief wurzelnden Rebstöcke. Sommerschnitt und Traubenreduktion sind weitere Grundlagen für reifes Lesegut von bester Qualität. Das physiologisch reife Traubenmaterial wird schonendst verarbeitet. Nach der Handlese werden auf einem Sortierband die Beeren durch einen Scanner selektiert. Eine lange Hefekontaktzeit macht die Weine harmonisch, die Säure bindet sich dadurch runder, weniger aggressiv ein.

Durch den relativ späten Füllzeitpunkt können die Weine in Ruhe reifen. Denn auch das gehört zur Philosophie von Anton Bauer: Man muss den Dingen – in diesem Fall den Weinen – Zeit geben.

Kontakt: Weingut Anton Bauer, Neufang 42, 3483 Feuersbrunn, Österreich oder auch sehr gerne über die "Vinothek zum Fünferl".